Eduventure I

Eine neuartige Kombination aus AR und VR für das spielbasierte Lernen.

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Eduventure I: Gamedesign

Storyboard

Abhandlungen über Screendesign verweisen auf eine Two-Goal-Structure , in der der Protagonist zuerst einer falschen Zielsetzung folgt, um erst später seinen Fehler einzusehen und ein neues Ziel zu setzen. Diese als sehr spannend und erfolgreich proklamierte Handlungsstruktur ist ein geeigneter Rahmen für die Kombination von virtueller und augmentierter Spielphase im Eduventure(I).
In der ersten, virtuellen Spielphase folgt der Spieler unwissentlich einer falschen Zielvorstellung. Diese Phase endet mit der Erkenntnis, dass das falsche Ziel verfolgt wurde. Der zweite Teil, die augmentierte Spielphase, beinhaltet die Verfolgung einer neuen Zielvorstellung, die dann auch zum gewünschten Erfolg führt:


Virtuelle Phase: Zwei Wissenschaftler haben eine bisher ungetestete Zeitmaschine entwickelt. Durch einen unglücklichen Zwischenfall wird die Putzfrau der beiden aus dem Labor der Wissenschaftler durch diese Zeitmaschine mitsamt der Fernbedienung in die Vergangenheit, welche nur grob auf 1620 bis 1640 geschätzt werden kann, auf die Marksburg versetzt. Neben dem Schicksal der Putzfrau steht dadurch aber auch die Integrität des Raum-Zeit-Kontinuums auf dem Spiel. Der Spieler erklärt sich bereit, ebenfalls in die Vergangenheit zu reisen und die Putzfrau mittels ihrer Fernbedienung zurück zu holen; zur Verständigung mit den Wissenschaftlern in der Gegenwart erhält er einen mobilen Kleincomputer. Leider geht ihm dieser bei seiner Ankunft verloren, so dass er sich erst einmal auf die Suche nach dem Gerät begeben muss. Abb.1: Die Marksburg im virtuellen Computerspiel Gleichzeitig ist er strikt dazu angehalten, jegliche Änderungen im Ablauf der Geschichte zu verhindern - dazu jedoch bedarf er der korrekten Kenntnis historischer Abläufe . Nach einigen Irren und Wirren findet er schließlich die Putzfrau. Durch einige, notwendige Interaktionen durcheinander gebracht, droht das Raum-Zeit-Kontinuum nun zu kollabieren, weshalb der Spieler von den Wissenschaftlern in die Gegenwart zurückgeholt werden muss, bevor er sich ausgiebig mit der Putzfrau unterhalten kann. Zu allem Überfluss erfährt er jedoch kurz vor seiner Rückkehr in die Gegenwart, dass er etliche Jahre nach der Putzfrau in der Vergangenheit landete und jene ihre Fernsteuerung bereits vor geraumer Zeit weggeworfen hatte, so dass ihr eine Rückkehr sowieso nicht möglich gewesen wäre. In der Gegenwart eröffnen die entmutigten Wissenschaftler dem Spieler, dass ein zweiter, gleicher Versuch unmöglich sei, da die Zeitmaschine nun irreparablen Schaden genommen habe. Als rettende Idee entpuppt sich allerdings der Gedanke, mit einem prototypisch manipulierten Mobilcomputer zu Marksburg zu reisen, von dem aus man einen Blick in die Vergangenheit werfen könne - und per Hologramm sei es sogar möglich, mit Personen zu sprechen.


Augmented Reality -Phase: Genau dies ist nun das Ziel der computergestützen Stafette auf der Marksburg. Der Spieler kann über Mobilcomputer und Webcam einen augmentierten Blick in die Vergangenheit werfen, wobei er das Jahr, in das er seinen Blick wenden möchte, selbst wählen kann - und muss. Abb.2: Ein Spieler betrachtet eine augmentierte Szene Sein Ziel: den genauen Ort und Zeitpunkt des Auftauchens der Putzfrau in Erfahrung bringen und sich dort und dann einfinden, um ihr über eine Einweisung in die Fernsteuerung der Zeitmaschine die Rückkehr in die Gegenwart zu ermöglichen. Als einziger Anhaltspunkt dient dem Spieler die letzte Information der Putzfrau, die er ihr in der virtuellen Phase entlocken konnte: dass sie nämlich offenbar zum Zeitpunkt einer kampflosen Eroberung auftauchte. Der findet heraus, dass es sich dabei um die aus habsburgischen Machtinteressen entstandene Überweisung der Marksburg an Georg II. im Jahre 1623 handeln muss. Nach der aufregenden Verfolgung von Hinweisen und Spuren der Verwirrung findet der Spieler schließlich die eben erst erschienene Putzfrau und kann ihr die rettende Einweisung in die Bedienung der Fernsteuerung geben, so dass diese wieder wohlbehalten in der Gegenwart erscheint - die Welt ist gerettet!

Es bleibt zu erwähnen, dass die augmentierte Phase nicht nur die Spielhandlung fortsetzt, sondern explizit Geschehnisse, Gegenstände, Örtlichkeiten und Personen der virtuellen Phase aufgreift (vgl. Abbildung 3). Abb.3: Die virtuelle (links) und augmentierte (rechts) Repräsentation derselben Truhe aus dem Spielgeschehen Gleich zu Beginn der situierten Phase auf der Marksburg stellt der Spieler fest, dass er seine im virtuellen Kontext gebildeten Schemata erfolgreich auf den realen/ situierten, aber auch spielerisch-fiktiven Kontext anwenden kann - ein Faktor, der wesentlich zum Wissenstransfer beitragen dürfte. Von entscheidender Bedeutung sollte hier die suggestive Ähnlichkeit virtueller und realer/ augmentierter Situationen sein. Virtual Reality und Augmented Reality werden so zum entscheidenden technischen Hilfsmittel für die Erreichung didaktischer Ziele.

Spielform

Virtuelle Phase: Die virtuelle Spielphase ist als klassisches Adventure-Rollenspiel realisiert. Der Spieler erhält Aufträge, die er mittels Interaktionen und aufsammelbaren Items bewerkstelligen muss. Über klassische Auswahldialoge kann der Spieler mit den virtuellen Charakteren kommunizieren und erhält so Hinweise und Informationen zum historischen Kontext, zu Aufträgen und zur Story. Der Spieler kann sich mit einer Waffe ausrüsten und diese benutzen. Das Spiel ist relativ linear gestaltet, so dass meist nur ein Interaktionsweg zur Lösung führt.


Augmented Reality -Phase:Diese Spielphase folgt dem Konzept einer Schnitzeljagd. Der Spieler bewegt sich physisch von einem Ort zum anderen, wobei er an jedem Ort (jeder Station ) Hinweise auf den nächsten aufzusuchenden Ort findet. Ziel ist, einen bestimmten End-Ort zu finden. Mittels Tablet-PC und Augmented Reality wird die Schnitzeljagd um virtuelle Modelle und computergesteuerte Auswahldialoge erweitert, welche in das Geschehen an den entsprechenden Stationen eingebunden werden.

Zuletzt aktualisiert am 06.05.2012, 11:45Uhr